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Tinatin Patchkoria


Vortrag DAAD Treffen 2013

Deutschland ist als Autoland bekannt, Bayern verbinden viele mit BMW, Audi und MAN. Ob Tinatin Patchkoria deswegen im Jahr 2009 aus Georgien in den Freistaat kam, ist nicht überliefert, ihr Lebenslauf allerdings spricht dafür: Nach mehreren Werkstudierendenstellen und Praktika bei MAN und BMW während ihres Studiums der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften promoviert die heute 25-Jährige bei BMW – und ist noch immer beeindruckt vom Automobilbereich: „Ich verbinde die Branche mit Dynamik, Entwicklung, Innovation und tollen Produkten. Das motiviert mich, gute Leistungen zu erbringen.“

Dynamik, Entwicklung, Leistung – Schlagworte, die gut zu Patchkorias Werdegang passen: Ihr georgisches Abitur bestand sie mit Auszeichnung, am Studienkolleg in München war sie mit 1,3 ebenfalls unter den Besten. Bereits vor ihrem Umzug nach Deutschland hatte sie sich über Augsburg, die Universität und ihren Wunschstudiengang informiert: „Es war eine der Voraussetzungen für das DAAD-Vollstipendium, meinen persönlichen Weg bereits zu kennen.“ Ihr Plan scheint den DAAD überzeugt zu haben: Patchkoria erhielt das Stipendium von 2009 bis 2015. Inzwischen ist sie Stipendiatin des Karriereportals e-fellows.net.

Zusätzlich zu ihrem Studium engagierte sich Patchkoria an der Universität Augsburg: Neben ihrer Tutor/innenentätigkeit im Akademischen Auslandsamt organisierte sie für AIESEC das FirmenKontaktGespräch 2013, bei dem sich etwa zwanzig beteiligte Unternehmen an der Universität präsentierten und Workshops durchführten. „Ich war unter anderem für die Betreuung der Unternehmen, die Planung des Tages und die Koordination von bis zu zwanzig Helferinnen und Helfern zuständig. „Das war eine wichtige Erfahrung für mich, weil ich mein Organisationstalent einsetzen und Netzwerke mit den Unternehmen aufbauen konnte.“

Abschluss 2015

Tinatin Patchkoria mit Prof. Dr. Peter Welzel, Vizepräsident der Universität Augsburg. Die Georgierin wurde als ausländische Absolventin geehrt. (Foto: Peter Neidlinger)

Doch trotz ihrer erheblichen praktischen Erfahrungen aus Ehrenamt und Beruf strebt Patchkoria noch nicht in die Arbeitswelt, zumindest nicht ganz: Seit Juli 2015 promoviert sie bei BMW, seit April 2016 wird sie an der juristischen Fakultät der Universität Augsburg wissenschaftlich betreut. Eine Mischung, die sie sich auch für ihr Arbeitsleben vorstellen kann: „Ich würde sehr gerne in der Praxis bleiben, allerdings parallel auch gerne als Gastdozentin Seminare und Vorlesungen halten.“ Patchkoria beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit Compliance, also den organisatorischen Maßnahmen, die die Einhaltung der Gesetze und Regeln sowie interner Standards durch Unternehmensangehörige gewährleisten. „Compliance und die Rolle des Compliance Managements wird in allen Branchen wichtiger, denn Non-Compliance kostet Unternehmen Geldbußen oder schädigt ihre Reputation.“

Neben ihrem Promotionsprojekt ist die Doktorandin aber auch um Ausgleich bemüht. So singt sie seit Januar 2016 im georgischen Chor „Iberisi“ in München, der auf georgische Volks- und Kirchenmusik spezialisiert ist. „Die Vielstimmigkeit der georgischen Musik wurde von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen. Gemeinsam mit meinen Freund/Innen im Chor kann ich diese Besonderheit nun bekannter machen. Für mich repräsentiert der Chor ein Stück Heimat.“