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Elias Awad


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Wenn in den deutschen Medien von Israel und Palästina gesprochen wird, dann zumeist im Zusammenhang mit militärischen Auseinandersetzungen und Konflikten. Umso wichtiger sind Menschen, die sich für die Verständigung der Beteiligten einsetzen. Menschen wie Elias Awad.

Awad wurde 1985 in Jerusalem geboren und wuchs in Beit Sahour im Westjordanland auf, wo er von 1988 bis 2003 die Greek Catholic Patriarchate School besuchte. Als christlicher Palästinenser engagierte er sich bereits während seiner Schulzeit am dortigen Rapprochement Center Between People für einen vorurteilsfreien Dialog zwischen den Konfliktparteien. Parallel dazu arbeitete Awad regelmäßig als Autor bei The Youth Times, dem Jugendmagazin der Palestinian Youth Association for Leadership And Rights Activation (PYALARA). Die Organisation bildet junge palästinensische Führungskräfte aus, um einen gesellschaftlichen und politischen Wandel einzuleiten und an der Bildung einer demokratischen Gesellschaft aktiv mitzuwirken.

Nach dem Schulabschluss zog Awad im Jahr 2004 zunächst nach Regensburg, wo er einen Sprachkurs in Deutsch belegte. Ein Jahr später begann er, an der Universität Augsburg den Diplomstudiengang Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Während seines Studiums engagierte er sich weiter für interkulturelle Verständigung und die wirtschaftliche Entwicklung des Nahen Ostens. So arbeitete er zwei Monate lang für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) im jordanischen Amman, war aktives Mitglied der Augsburger Lokalgruppe des Deutschen Netzwerks für Wirtschaftsethik (Sneep) und erwarb das Zertifikat für interkulturelle Schlüsselqualifikationen der Universität Augsburg (ZIS).

Noch heute schwärmt er von seinem Studium in Augsburg: „Diese Zeit war eine der besten in meinem Leben. Ich habe viel gelernt und gute Freunde gefunden. Deswegen vermisse ich Augsburg.“ 2010 verließ Awad als Diplom-Kaufmann die Universität und ging erneut nach Amman, wo er für die Friedrich-Naumann-Stiftung drei Monate lang als Projekt-Assistent arbeitete. Im Anschluss daran kehrte er für die Konrad-Adenauer-Stiftung ins Westjordanland zurück und arbeitete bis Januar 2012 als Projekt-Manager in Ramallah, bevor er wieder für die Friedrich-Naumann-Stiftung in Amman tätig wurde. Im Oktober 2013 wechselte Awad innerhalb der Stadt zu Ärzte ohne Grenzen (MSF), wo er als Assistent für Finanzen und Human Resources arbeitete.

Seit Mai 2015 lebt er wieder in Beit Sahour. Dort vertritt er den deutschen Verein Christen helfen Christen e.V., der sich um die Belange der Christen im Heiligen Land kümmert. Eine perfekte Aufgabe für Awad, für den eines immer im Vordergrund steht: Die Verständigung der Religionen und Kulturen in Israel, Palästina und dem Nahen Osten.