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Ahmad Ghabel


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Ausländische Studierende müssen viel auf sich nehmen, um in Deutschland studieren zu können. Oft erschweren langwierige Bewerbungsprozesse, Probleme mit dem Visum und der mühevolle Erwerb der nötigen Sprachkenntnisse den Weg zum Traumstudium. Lebhaft davon berichten kann der Augsburger Alumnus Ahmad Ghabel, der im April 2016 sein Masterstudium der Informatik an der Universität Augsburg erfolgreich abgeschlossen hat und mittlerweile in München arbeitet. Dem Studium in Augsburg ging jahrelange Vorbereitung voraus: Nach seinem Bachelor im iranischen Mashhad im Jahr 2008 benötigte Ghabel insgesamt drei Jahre für Sprachkurse, Bewerbung, Visum und Umzug. „Nach meinem Abschluss habe ich recherchiert und mich für Deutschland, das Land der Ideen, entschieden. Ich habe dann in Teheran angefangen, Deutsch zu lernen und parallel Bewerbungen geschrieben.“

Nach Erhalt der Zulassungsbestätigung aus Augsburg musste Ghabel sechs Monate auf sein Visum warten. Im August 2011, drei Tage vor seinem 28. Geburtstag, kam er schließlich nach Deutschland. Doch im Gegensatz zu vielen anderen ausländischen Studierenden hatte er bereits eine feste Anlaufstelle in der neuen Heimat: „Bei der Eingewöhnung half mir mein Bruder, der ebenfalls in Deutschland studierte. Am Anfang durfte ich in seinem Zimmer wohnen.“ In München besuchte Ghabel zunächst einen sechsmonatigen Deutschkurs an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), den er mit DSH-Zertifikat abschloss. Zum Wintersemester 2012 nahm der Informatiker dann sein Masterstudium in Augsburg auf.

Bereits nach wenigen Monaten fand Ghabel eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft für EDV-Betreuung am Institut für angewandte Informatik. Bis dahin hatte er als Aushilfe in der Gastronomie in München gearbeitet und als Pendler viel Zeit auf der Strecke verloren. „Das war wirklich ein glücklicher Zufall, ein Kommilitone hatte mir von der Stelle erzählt. Ich habe dann bis zum letzten Tag meines Studiums dort gearbeitet.“ Weitere Erfahrungen sammelte er beim Softwareunternehmen QAWare in München, wo er an einem EU-Forschungsprojekt mitwirkte. Mittlerweile arbeitet Ghabel beim IT-Dienstleister Arithnea, der ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt sitzt. Seine Freude über die neue Stelle merkt man ihm im Gespräch an, er betont die Faszination, die die Informatik noch immer auf ihn auswirkt: „Der Mensch hat hier etwas entdeckt, das nie endet. Eine Welt ohne Informatik ist nicht mehr vorstellbar.“

Eine Rückkehr in den Iran will Ghabel für die Zukunft zwar nicht ausschließen, aktuell fühlt er sich jedoch in Deutschland wohl: „Dort, wo man respektiert wird und Sicherheit verspürt, bleibt man. In Deutschland ist das für mich der Fall.“ Es wirkt, sei Ahmad Ghabel nach seinem langen Weg zum Wunschmaster endlich angekommen.